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Tipps & Tricks für den edv'igen All.Tag

Dank an Österreichs Steuerzahler

Ich möchte mich mal ganz hochoffiziell bei allen Steuerzahlern bedanken, dass sie mich seit eineinhalb Jahren finanziell unterstützen – und bis hierher meine ich es auch wirklich ehrlich, der Rest ist einfach bissale Sarkasmus 😉

Was jetzt möglicherweise nicht notwendig gewesen wäre, wär jetzt das viele Geld gewesen, was ihr für mich ausgebt, um mich in einer Massnahme zu sehen, die mich wieder ins Berufsleben integrieren soll. Und das Nochmehrgeld für die Trainer, die ja natürlich auch von euch bezahlt werden, weil es ein Projekt ist, welches allein dem AMS unterstellt ist.

Es ist zwar nett, dass ihr mir nochmals die Chance gebt, endlich zu lernen, wie ich mich richtig bewerbe, nachdem ich genau das 13 Jahre lang für das AMS unterrichtet hatte. Wobei, eigentlich hatte ich ja schon im November 2011 angekündigt, dass ich vorhabe, mich bis Mitte dieses Jahres wieder in die Selbständigkeit zu vertschüssen.

Klar, ich nutze jetzt natürlich die Chance, für die nächsten 6 Wochen täglich nach Wiener Neustadt fahren zu dürfen, jeweils mindestens einen halben Tag im hoffentlich warmen Kursraum zu sitzen, die Zeit tot zu schlagen und sozialpädagogische Betreuung zu haben – die auch wieder ihr bezahlt – die meine Vermittlungshemmnisse beseitigen werden – und dafür noch Zuschüsse zu kassieren, die ich nicht bräuchte, könnte ich meine Selbständigkeit weiterhin so nachhaltig vorantreiben wie in letzter Zeit.

Ja, ich weiß, ich brauche das unbedingt, weil ichs mit meinen 53 Jahren und nach 15 Jahren Selbständigkeit jetzt über eineinhalb Jahre hinweg nicht geschafft habe, einen neuen Job zu finden, nachdem man mir damals mit 35 schon gesagt hatte, dass ich zu alt und zu überqualifiziert sei – und deshalb damals in die Selbständigkeit „flüchtete“.

Ich bin ja jetzt die ganze Zeit untätig zu Hause rum gesessen – hab nicht nur nicht meine „Kunden“ weiterhin geringfügig freiberuflich weiter betreut – mich als OnlineJournalistin betätigt – und mir durch diese meine Beschäftigungen auch nicht die Ausbildung zum Lebens- und Sozialberater finanziert und diese bereits abgeschlossen.

Ich habe auch nicht in einem NetworkMarketingUnternehmen begonnen, eine eigene Vertriebsmannschaft aufzubauen, um mir dadurch eine neue Selbständigkeit zu ermöglichen.

Ich habe die Zeit verstreichen lassen und nicht dafür genützt, mir einen Namen in der Social Media Branche zu machen, um hier auch noch ein drittes Standbein zu haben, sobald ich finanziell wieder halbwegs klar komme.

Fianziell halbwegs klar kommen aus dem Grund, dass ich nach der Scheidung einen unselbständigen Job annahm, um die Schulden zurückzahlen zu können – nach einem Jahr gekündigt wurde und dann vor der Entscheidung statt, meine Selbständigkeit komplett auf zu geben.

Finanziell halbwegs wieder klar kommen, weil mir voriges Jahr ein 6jähriger Junge ins Auto gerannt war und mich danach eine ältliche Dame „abgeschossen“ hat und ich für den Totalschaden dann noch einiges zu zahlen hatte, was nicht durch Versicherungen gedeckt war.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich echt gedacht, nochmals irgendwo nen unselbständigen Job zu ergattern – nachdems in Büros schlecht aussah – hab ich sogar alle Voraussetzungen erlangt, wieder als AMS-Trainerin tätig zu werden – auch, wenn das Wifi, wo ich das früher immer tat, keine AMS-Maßnahmen mehr hat.

Ich hatte auch einen Job ergattert – in Leoben – und ich hatte ihn angenommen – übrigens das einzige Institut in der Branche, die mich genommen hätten, weil die grad überhaupt keine andere Wahl hatten – aber dann passierte das mit dem Jungen und meine Nerven waren echt nicht die Besten, um mich da auf irgendwas konzentrieren zu können – weder darauf, Arbeitslose zu unterstützen, noch, jeden Tag nach Leoben zu fahren in dem Wissen, dass ein kleiner Junge mit Schädelbrüchen und Gerhirnblutungen im Spital liegt.

Mittlerweile geht es ihm wieder relativ gut und es gab auch nicht mal eine Verhandlung, weil ich eindeutig nicht schuld war, aber damals war es jetzt doch nicht das Lustigste, was ich mir vorstellen konnte. Und danach begleitete mich auch einige Zeit noch das Geräusch vom Aufprall des anderen Autos und das Gefühl, wie ich mich mitten auf der Strasse drehte, durch die Wucht des Aufpralls.

Ich sehe es ein, das alles dauert euch schon zu lange, also bezahlt ihr mir jetzt lieber 6 Wochen lang eine zusätzliche Vorbereitungsmassnahme für einen Job, danach übernehmt ihr für 4 Monate den Großteil meines Gehaltes – in der Hoffnung, dass nach den geförderten 4 Monaten mir diese Firma dann eine Fixanstellung bietet.

Das alles in dem jahrzehntelangen Wissen, dass solche Jobs in solchen Firmen, die das beanspruchen, nie verlängert werden, naja, war schon vor Jahrzehnten so, ich war ja schließlich von 1998 bis 2007 immer wieder in AMS-Maßnahmen als Trainerin tätig, ich weiß, wie das gehandhabt wird 🙂

Ich find euch einfach super – aber bringts das wirklich?

Nur, damit ich in der Statistik nicht als „langzeitarbeitslos“ aufscheine? Wärs für euch alle nicht billiger, wenn ihr mir einfach noch bis Mitte des Jahres meinen Notstandsbezug weiter bezahlen würdet, mit dem Wissen, dass ihr mich danach wieder nachhaltig los seids?

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2 Kommentare»

  Margarete pointl wrote @

Hallo Chris Tina!
Gratuliere für Deine Aufrichtigkeit und Deinen Mut öffentlich die Meinung zu schreiben!!! SUPER
Liebste Grüsse
MARGRET

  w8screens wrote @

Ich wünsche einen wunderschönen Wochenstart


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